Mein Warmoth-Bass

Allgemein

Irgendwann hatte ich den Wunsch, mir einen besseren Bass zuzulegen. Da ich einen gewissen Hang zum Außergewöhnlichen habe, hatte ich auch einen Eigen(zusammen-)bau in Erwägung gezogen. Dabei bin ich auf Warmoth in den USA gestoßen. Die große Auswahl und Qualität hat mich schließlich überzeugt dort zu bestellen.
Wer jetzt glaubt, dass man bei dieser Aktion ein Top-Instrument zum Schnäppchenpreis bekommt, wird entäuscht. Gutes Material hat einfach seinen Preis und das Ergebnis wird nur dann gut, wenn alle Komponenten (Pickups, Brücke, Mechaniken,...) gut sind. Hinzu kommen Versandkosten, Einfuhrumsatzsteuer und Zoll. Dazu später mehr.
Die Informationen die ich hier bereitstelle erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Jeder, der so ein Projekt plant, sollte sich aktuelle Informationen zu Zoll und Umrechnungskurs einholen.

ACHTUNG: Inzwischen muss man die Importbestimmungen zu Tropenhölzer beachten!
Bei Warmoth findet man die Information, was noch international versandt wird und was nicht.


Die Bestellung

Nach längeren Überlegenungen und mehreren Kalkulationen (man möchte ja wissen, was der Spass so ungefähr kostet), habe ich mich für einen selbst konfigurierten Mahagoni-Korpus für zwei Humbucker und einen verfügbaren Walnuss-Hals aus dem Showcase entschieden. Der Dollarkurs war auch gerade sehr günstig. Also habe ich einen Account angelegt und per Kredit-Karte bestellt. Der Betrag wird sofort abgebucht, nicht erst wenn versendet wird. War mir recht, denn dadurch war der Umrechungskurs klar. Wegen dem günstigen Kurs habe ich die beiden Pickups und die Mechaniken gleich mitbestellt.


Der Versand

Beim Versand hat man die Auswahl zwischen UPS und USPS. Ich habe mich aus Kostengründen für USPS entschieden. Nach ziemlich genau zwei Wochen war mein Custom Body gefertigt und wurde zusammen mit dem Hals verschickt. Allerdings als zwei separate Pakete. Dazu gab's dann von Warmoth eine Benachrichtigungs-Mail mit der Paketnummer. Die Verfolgung des Pakets hat bis zum Zoll in Frankfurt problemlos funktioniert. Dann verschwand meine Sendung erstmal vom Radar, weil in Deutschland nicht mehr USPS transportiert. Etwas beunruihgt habe ich im Internet recherchiert, und in einem Forum den Tipp gelesen, die Paketnummer einfach mal bei DHL einzugeben. Das habe ich gemacht - und siehe da, mein Paket war wieder auf meinem Schirm. Ein paar Tage später hatte ich von DHL die Benachrichtigung im Briefkasten, dass ich meine beiden Pakete beim Zoll abholen kann.
Wenn alle Papiere außen am Paket angebracht sind, wird der Zoll von DHL abgewickelt und das Paket wird bis an die Tür geliefert und dann direkt kassiert.


Gesamtkosten für die Bestellung

Mit welchen Kosten muss man jetzt für so eine Bestellung rechnen?
Die Kosten setzen sich zusammen aus Teilekosten, Versandkosten, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer.

Teilekosten

Die Teilekosten sind ziemlich eindeutig: Das ist der Preis der Warmoth-Teile in $.
Die Versandkosten sieht man erst wenn man bestellt.
Der Umrechnungskurs ist zum Zeitpunkt der Bestellung auch eindeutig
Die Kreditkartenunternehmen berechnen oft eine Auslandsgebühr (1,5% - 2%). Daraus lässt sich recht einfach ausrechnen was vom Konto abgebucht wird.

Zoll

Beim Zoll wird das Ganze etwas unscharf. Inzwischen gibt es auf der Internetseite vom Zoll eine Tabelle mit dem Umrechnungskurs für einen bestimmten Zeitraum. Damit kann man sich schon mal den Warenwert ausrechnen. Als ich bestellt habe gab es das noch nicht.
Für den Zollsatz für bestimmte Waren gibt es auch eine Tabelle. Der kann aber schwanken und unlackierte Gitarrenteile sind nicht aufgeführt. Bei meiner Bestellung wurden 2,7% berechnet, was mir recht günstig erscheint. Im Internet-Foren habe ich auch schon 5% gelesen.
Was man auch wissen sollte: Man bezahlt den Zoll auf den Rechnungsbetrag (US-MwST und Versandkosten werden NICHT herausgerechnet!).
Hier der Link zum Zoll. Dort gibt es die offiziellen Informationen.

Einfuhrumsatzsteuer

Und nun kommt auf das Ganze noch 19% EUSt.

Beispielrechnung

Angenommen man bestellt einen unlackierten Body und Hals für zusammen 500$ + 80$ Versandkosten bei einem Kurs zum Zeitpunkt der Bestellung von 1,10$ für 1€.
Body + Hals + Versand : 580,00$ = 527,27€
1,5% Auslandseinsatz Kreditkarte: 7,91€
Zoll (Umrechnungskurs 1€ = 1,09$, Zoll 5%): Zollwert * 5% = (580$ / (1,09 $/€)) * 0,05 = 26,60€
EUSt = (Zollwert + Zoll) * 19% = (532,11€ + 26,60€) * 0,19 = 106,16€
Macht einen Gesamtpreis für die Bestellung von 667,94€

Jetzt braucht man noch Pickups, Brücke, Mechaniken, Elektronik, Saiten,...


Fazit

Beim momentanen Dollar-Kurs lohnt eine Bestellung nur, wenn man was will/braucht, das es bei uns so nicht gibt und eine spezielle Anfertigung beim Instrumentenbauer noch teurer wäre.
Oder man will das einfach mal machen und es ist einem das wert.
Besser sieht's aus, wenn man die Möglichkeit hat die Teile selbst aus den USA zu transportieren, oder sie von einem Bekannten mitbringen zu lassen. Dann spart man sich zumindest die Versandkosten und die Verzollung selbiger. Bleibt man mit dem Warenwert aller Souveniers die man im Gepäck hat unter 430€ spart man sich auch noch Zoll und EUSt.